Gärten Gran Canarias – Finca Montecristo

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Romantisches Refugium im Inselsüden

„Die Pflanzen wachsen bei mir wie in der Natur – nicht geordnet und schon gar nicht in Reih und Glied”, so der Landschaftskünstler Guy Martin, der sich auf der Finca Montecristo Gran Canaria einen Traum erfüllt hat.

Finca Montecristo Gran Canaria – ein Gesamtkunstwerk aus Botanik, Kunst und Gastronomie: An einem 40.000 m2 großen Steilhang im südlichen Bergland von Gran Canaria hat der Deutschfranzose Guy Martin ein kleines Paradies geschaffen. Du kannst lustwandeln auf verschlungenen Wegen, kommst vorbei an wild wuchernden Exoten, an Teichen und kleinen Wasserfällen. Die eingestreuten Kunstwerke machen den Ort zu einem Zauberreich.

Und was gibt`s noch?

Ein romantisches Gartenlokal! Legendär sind Andreas‘ Tapas, die das Beste der kanarischen und mediterranen Küche vereinen. Dazu ein guter Tropfen – und Du willst nicht mehr fort. Musst Du auch nicht, denn im Grün des Gartens verstecken sich Casas Rurales, in denen Du übernachten kannst.

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Interview mit Guy Martin

Wir treffen den Landschaftskünstler in seinem Zauberreich. Und wollen wissen: Wie kommt man dazu, sein ganzes Leben Pflanzen zu widmen?

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Guy Martin, Schöpfer der Finca Montecristo

Guy, wie bist Du zur Botanik gekommen?

Wir hatten Glück, meine Familie besaß im Saarland ein sogenanntes Grubenhaus. Dazu gehörte ein großer Garten. Ich lebte inmitten von Pflanzen – da blieb’s nicht aus, dass ich sie zu lieben begann. Ich baute mir sogar einen Altar mit Blumen und Heiligenbildchen. Und mit sechs Jahren stand für mich fest: Ich werde Gärtner oder Pfarrer.

Am Anfang stand die Gärtnerei?

Mein Vater starb früh, ließ eine Witwe mit sechs Kindern zurück. 14 war ich, da nahm mich meine Mutter von der Schule und steckte mich in eine Gärtnerei. Oft brachten wir Pflanzen in Blumengeschäfte, und da sah ich kunstvolle Präsentationen. Das schien mir viel kreativer als das Gärtnern!

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Landen auf dem Frühstückstisch
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Es plätschert und gurgelt
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Außen stachelig, innen süß-sauer: Graviola-Früchte

Auf zu neuen Ufern!

Eines Nachts bin ich aus der Gärtnerei abgehauen, da war ich 16. In Saarbrücken fand ich eine Lehrstelle und wurde bald darauf zu Floristenkursen geschickt. Doch in Deutschland hielt es mich nicht lange. Wie viele junge Menschen zog es mich in die französische Metropole. Keine Stadt reizte mich so wie Paris!

„Meine Lieblingspflanze? Ich liebe sie alle, besonders aber die Orchidee. Ihre Blüten sind nicht so symmetrisch, ihre Farben exzentrisch…“

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Sicher spielte es eine Rolle, dass dein Vater Franzose war?

Ja! In Frankreich hatte er früher einen Zirkus, Le Circe Martin. Und auch zuhause mimte er gern den Clown. Zeitlebens weigerte er sich Deutsch zu lernen, sprach mit uns nur Französisch. Zwei Jahre wollte ich in Paris bleiben, 30 sind es geworden. Welch ein Glück für mich – nie hätte ich in Deutschland werden können, was ich in Frankreich wurde.

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Fast alles aus dem eigenen Garten: Granatäpfel, Karambole, Limetten, Bananen…

Wie kommt’s, dass Paris Dein Eldorado war?

In Paris ist die Welt zuhause. Egal ob Polit-Prominenz, arabische Scheichs oder Filmleute – sie alle haben in Paris eine Dependance, zumindest ein Apartment. Und alle wollen eine lebendige Pflanzendeko.

War’s ein schwerer Start?

Keineswegs! Ein guter Freund besorgte mir einen Mietvertrag für einen Laden in der Rue de Cherche Midi im 6. Arrondissement – eine Top-Adresse. Und er lieh mir Geld, mit dem ich Pflanzen kaufte. Nach drei Monaten hatte ich so viel verdient, dass wir nach Martinique flogen, um Exoten zu kaufen. Bald war der Laden zu klein…

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Blühendes Regenwasser

Noch höher hinaus?

Ja, ich mietete Coco Chanels Laden in der Rue Cambons Nr. 5 – hier hatte sie ihr berühmtes Parfüm kreiert. Gleich um die Ecke war das Ritz. Meine Kunden waren Romy Schneider, Alain Delon, Maria Callas, Paloma Picasso, Hermès, Aigner… Auch Salvador Dali, der mit seiner Frau Gala eine Suite im Hotel Maurice bewohnte. Er orderte bei mir all seine Lieblinge, v.a. stark riechende Pflanzen. Viele luden mich mittags ins Maxim’s, nachmittags ins Café Angelina, abends ins La Sère – doch bald hatte ich die Nase voll von all ihrem Chichi. Ich wollte aufs Land…

Adieu Paris?

Genau! 45 km vor der Stadt, in Villes St. Frambour Oise gründete ich eine Floristenschule. Das kreative Potential junger Leute schien mir interessanter als die Love Stories der Stars. Ich entwickelte das Diplom Flor Designer International, publizierte Floristenbücher und gab weltweit Seminare. Aus Blumen schufen wir Skulpturen, malten Aquarelle mit Blüten – eine spannende Zeit!

Dann war ein Wechsel fällig?

Allerdings. Nach 22 Jahren hatte ich einen anderen Traum. Ich wollte einen Botanischen Garten mit Kunstausstellungen und Konzerten kreieren.

Nun sollte es Gran Canaria sein?

Ja, ich hatte etliche Male auf der Insel Urlaub gemacht. Das Klima ist hervorragend – nicht so tropisch wie in den französischen Übersee-Départements. In der Ayagaures-Schlucht fand ich, was ich suchte. 2007 eröffnete ich die Finca Montecristo, im Jahr davor hatte ich Tausende von Pflanzen gekauft, gepflanzt, gewässert… Dann kam mein Partner Andreas Dacke mit ins Boot. Und mit ihm das Gartenrestaurant, eine Event-Höhle, ein Amphitheater, Vermietung von casitas. Vor Covid konnten wir uns vor Arbeit kaum retten…

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Der Tisch ist gedeckt für den Brunch
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Andreas Dacke – Gourmet und Meisterkoch

Viele Pflanzen auf der Finca Montecristo wirken skulptural, so der Elefantenfuß aus Madagaskar. Waren es Pflanzen, die dich zur Bildhauerei brachten?

Ja, Pflanzen inspirieren mich durch ihre Formen, ihre Texturen, ihre Bewegung. Wie sie sich bei Kälte zusammenziehen, wie sie beim Austrocknen zum Gerippe werden, ganz andere Linien bekommen…

„Wenn etwas zu perfekt ist, beginnt es mich zu langweilen. Mein Impuls ist: Kreativität ausleben, Ideen verwirklichen, Neues wagen.“

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Oft entstehen Deine Skulpturen aus Weggeworfenem. Sperrmüll verwandelst du zu poetischen Installationen. Woher kommt Deine Lust am Recyclen?

Es tut mir leid, Dinge wegzuwerfen, die einmal einen Nutzen hatten. Und mit viel Aufwand hergestellt wurden! Es befriedigt mich, alten Objekten neues Leben einzuhauchen.

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Allroundkünstler Guy – er gestaltet nicht nur Pflanzen

Etliche Skulpturen stellen männliche Körper und Köpfe dar. Deine Mannsbilder strotzen vor Kraft, wirken aber oft auch verletzlich.

Wir sind Körper, sind so geboren. Der Körper ändert sich vom Kind zum Alten, ein nackter Körper ist wie eine Landkarte, erzählt von seinem Leben, hat eine eigene Ausstrahlung…

So wohnst Du auf der Finca Montecristo Gran Canaria…

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Info Finca Monte Cristo Gran Canaria

Finca Montecristo Gran Canaria, Barranco de Ayagaures 85, GC-504 Km. 5,6, Tel. 0034-928-144032, www.montecristo-grancanaria.com, Eintritt Garten 8 €, aktuelle Öffnungszeiten von Garten und Restaurant bitte der Website entnehmen

Anfahrt: von Maspalomas (GC-1) im Süden Gran Canarias auf der GC-503 Richtung Palmitos Park, nach 2 km rechts in die GC-504 nach Ayagaures. Der Eingang zur Finca befindet sich nach 5,6 km rechts der Straße. Gartenbesucher stellen den Pkw unten auf dem Parkplatz ab, Übernachtungsgäste folgen der Betonpiste bis zu den Casas Rurales hinauf.

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4 Kommentare zu „Gärten Gran Canarias – Finca Montecristo

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