Achtung: 2024 fällt das Festival aus! Eine kleine Chance besteht, dass es im Januar 2025 stattfindet: Festival Gran Canaria WOMAD – World Of Music And Dance.
Während in Europa Schmuddelwetter Einzug hält, erklingt in der Inselhauptstadt Las Palmas open air Musik von Afro-Beat über Latino-Rock bis Asian Soul. Dazu gibt es Workshops zu Tanz, Fusion Küche und A-Capella-Singen, parallel dazu eine Schau prämierter afrikanischer Filme – dies alles gratis (http://womad.org/)! Die diesjährige Ausgabe findet auf der Plaza de la Musica hinter dem Auditorium unmittelbar am Meer statt: Wellenrauschen als Hintergrundmusik!
Nayaband aus Senegal
Superstar des Afropop – Dobet Gnahore von der Elfenbeinküste
Seun Kuti, Sohn des Afrobeat-Pioniers Fela Kuti
Anarchisch & freakig – Sammy Rae & friends aus New York
JP Bimeni & The Black Belts aus Burundi – Deep Soul wechselt mit Funk-Jams
Die Plaza de la Musica in Las Palmas verwandelt sich in eine große Bühne. Zu WOMAD kommen Tausende, die eine andere, eine bessere Welt herbeisehnen. Rhythmen von allen Kontinenten sowie Tanz- und Öko-Workshops bringen Besucher einander näher. Spaß machen auch Stände mit ausgefallenem Kunsthandwerk und Ethno-Food. Freue Dich auf mehrere Tage Ausnahmezustand Gran Canaria WOMAD!
Softe Sounds aus Brasilien brachten Bala Desejo einen ‚Grammy Latino‘ ein
Altmeister Mulatu Astatke mischt Jazz mit Sounds seiner Heimat Äthiopien
Drummer von Sammy Rae & friends
Anna Trea – Top-Gitarristin aus Brasilien
Al-Qasar – Berber-Rhythmen meet Electronic
Hypnotische Trommelwirbel von Canzoniere Grecanico Salentino
Ana Tijoux aus Chile rappt sich die Wut von der Seele
Aynur – Ikone der kurdischen Musik
Alba (Saxo) und Lajalada – shooting Stars der kanarischen Musikszene
Rocio Marquez – Flamenco mit Techno
Rebellischer Mestizo-Sound von Amparanoia aus Spanien
WOMAD wurde von Peter Gabriel, dem früheren Frontmann von ‘Genesis’, gegründet. Es will – so Peter Gabriel – “Einblick in Kulturen vermitteln, die anders sind als das, was man von zuhause kennt – und dies durch den Genuss von Musik. Musik ist eine Universalsprache, sie bringt Menschen zusammen und beweist, wie dumm Rassismus ist.”
Afrika so nah!
Sound der Sahara: Rockig-raue Elektro-Riffs tragen die Wildheit der Wüste in sich, tiefer Bass erinnert an den Wiegeschritt der Kamele. Terakraft, ›die Karawane‹, zieht für die Tuareg durch die ganze Welt. In Las Palmas, der Hauptstadt Gran Canarias, wo viele Saharouis leben, hat die Band praktisch ein Heimspiel.
Masken & Magie: »Das ist keine Maskerade, sondern ein Mittel, um in die Haut eines anderen zu schlüpfen«, sagt Abdoul Aziz aus Senegal. »Dies kann auch ein Verstorbener sein, dem du nahe sein willst.«
Macht gute Laune
Stammgäste
Spontane Trommel-Sessions am Hafen
Hingerissen sind ältere…
…und jüngere
Eckart kommt jedes Jahr
Mit Marivel von Mamafrica Band
Ob es dem Hund gefallen hat?
Jeden November reisen sie aus England an. „Ein Jahr ohne WOMAD“, so Sandie (rechts im Bild), „ist für mich schwer vorstellbar. Ich liebe die Vielfalt der Musik und lebe auf unter all den Leuten, die sich von ihr begeistern lassen. Die Stimmung ist herrlich entspannt…“
Parallel zu WOMAD läuft ein Festival preisgekrönter afrikanischer Filme
Trommel-Sessions aus Jamaika
Workshops für Kinder
In Workshops lernst Du jamaikanisch trommeln und salentinisch tanzen, spanisch steppen und samisch singen… Im komfortablen Auditorium Museo Elder nebenan zeigt die Casa de África prämierte Filme vom Nachbarkontinent.
Auflage 2024
Auflage 2025
Food Market
Tapas aus Äuatorial-Guinea
Senegalesisches….
Argentinisches…
Food Trucks unter Palmen
Die Gastro-Bars sind auch tagsüber gut besucht
Lust auf Mexican Bites?Oder lieber Kanarisches?
Stände mit Kunsthandwerk
Erinnern an Beduinen-Zelte
Osadia de Bahia – Magno aus Brasilien, Marina aus Teneriffa präsentieren Ethno-Mode
Abdoul bringt Kunsthandwerk aus Senegal
WOMAD-Schuhe…
Zum Abschluss, am Sonntag, gibt es bei Gran Canaria WOMAD am helllichten Tag kleine Höhepunkte: eine schräge Pappmache-Prozession schreitet durch die Straßen, am Strand werden gesundete Schildkröten in die Freiheit entlassen…
Eine gesund gepflegte Schildkröte wird ins Wasser gelassen
Gran Canaria WOMAD live…
WOMAD in unseren Reisebüchern… für mehr Infos klicke bitte auf das Titelbild!
Ja, auch den gibt es! Auf dem Camino Santiago Gran Canaria queren wir die Insel von Süd nach Nord auf einer Länge von 64 km. Vom Meer führt er bis fast auf den knapp 2000 m hohen Schneegipfel und dann hinunter an die Küste. Viel Schweiß wird fließen – aber die Mühe lohnt!
Unterwegs passiert man eine Dünenwüste, Palmenhaine und Kiefernwälder, Almen, auf denen Schafe und Ziegen weiden. Auch das Klima ändert sich. Erst geht es durch sonnenverglühte Schluchten, dann über Hänge, wo sich Wolken geheimnisvoll in Bäumen verfangen… Auf zum Camino Santiago Gran Canaria!
7 km von Krakaus Altstadt entfernt liegt Nowa Huta, die „Neue Hütte“. Einst sozialistische Vorzeigestadt, Gegenentwurf zum historischen Krakau. Jetzt will es die UNESCO zum Weltkulturerbe erklären.Dich erwarten breite Boulevards, pompöse Fassaden, ungewöhnliche Kulturzentren…
Eine ehemalige Fabrik – zwei Museen: Steven Spielberg hat sie mit Schindlers Liste berühmt gemacht. Am Originalschauplatz filmte er, wie der deutsche Fabrikant und SS-Mann Oskar Schindler jüdische Zwangsarbeiter vor dem sicheren Tod rettete. Viele Besucher sind von der Ausstellung so verstört, dass sie erst am nächsten Tag wiederkommen, um das zweite Museum zu besuchen: das MOCAK – moderne Kunst in Krakau.
Strand- und Gartenlust, Wellness und leichte Küche – das Oasis Resort in Rewal ist ideal für kleine und große Auszeiten. Und gar nicht weit weg: von Usedom 60 km und von Berlin schlappe drei Autostunden entfernt! Los geht’s…
Wer nicht reisen kann oder will, kann sich mit Hilfe von Büchern in die Ferne versetzen. Und von zukünftigen Reisen träumen… „Meeresbücher für Couchsurfer“ zeigt Dir eine aktuelle, von uns getestete Auswahl. Außer Romanen und Bilderbüchern gibt es spannend geschriebene Sachbücher…
Laura Tretheway: Bis zum Grund der Welt (Mare Verlag, 2025). Venus und Mars sind kartographiert, Roboter auf dem Mond unterwegs. Doch unsere Ozeane sind weitgehend unbekannt – und dies, obwohl sie 71% der Erdoberfläche einnehmen. Woran liegt es, dass wir uns anderen Planeten stärker widmen als unseren Meeren? Nicht nur dieser Frage geht die Wissenschaftsjournalistin auf den Grund. Sie fragt sich auch, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Ozeane zu erforschen. Denn eine profunde Kenntnis der Meere bedeutet heute zugleich ihre wirtschaftliche Erschließung: So soll der Tiefseebergbau seltene Rohstoffe zutage fördern. Werde der Meeresboden ähnlich rücksichtslos ausgeplündert wie bisher die Erde, so werde auch dieser zerstört. Kritisch stellt die Autorin das Projekt „Seabed 2030“ vor, dessen Ziel es ist, bis zu diesem Schlüsseljahr viele der noch unbekannten Meeresregionen zu kartographieren. Auf etlichen dieser Expeditionen war sie persönlich dabei….
Marion Löhndorf: Leben im Hotel(Verlag zu Klampen, 2024). In diesem Büchlein werden nicht nur Strandhotels vorgestellt, sondern auch Business- und Casino-, Grand- und Design-Hotels, sogar geplante Hotels auf dem Mond! Vor allem aber will die Autorin erfassen, was das Leben im Hotel so besonders macht. Sie lotet die Sphäre zwischen Privatem und Öffentlichem aus, die typisch für die Lobby ist und verglichen mit der das gebuchte Zimmer oft „wie ein Klosett“ (Andy Warhol) aussieht. Kein Wunder: die Lobby ist der Dreh- und Angelpunkt des Hauses, ein Ort zum Sehen und Gesehen werden, Schauplatz für Dramen und Geschäfte. Auch das Hotelrestaurant eignet sich für die große Schau, während die meist schummrige Bar das Abtauchen ermöglicht. Beschrieben wird das oft erschöpfte Einchecken und auch das Aus-Checken, in das sich Wehmut mischt, weil man aus der Grandezza des Hotels in den normalen Alltag entlassen wird…
Begegnungen der besonderen Art
Jonas Dahm / Carl Douglas: Geisterschiffe – Eine Reise zu den Wracks der Ostsee (Malik 2022). Auf dem Grund der Ostsee breitet sich eine eigentümliche Landschaft aus: In Sand und Schlick liegen 100.000 Wracks aller Epochen, Opfer von Stürmen und Schlachten. In 3000 Tauchgängen sind die Autoren bis zu einer Tiefe von 110 m hinabgestiegen, haben 400 Wracks erforscht und die eindrucksvollsten Bilder in diesem Band versammelt. Vor uns tut sich eine geheimnisvolle, grünliche schimmernde Welt auf, die viel verrät über die Schiffe und ihre Ladung, die nach Hunderten von Jahren noch erhalten ist: Da liegen Porzellan und Champagnerflaschen im Torfmoos, Navigationsinstrumente in der Kapitänskajüte und abgebrochene Galionsfiguren im Seegras. Das kalte, salzarme Wasser der Ostsee konserviert besser als andere Meere – da hier die sog. Schiffsbohrmuschel, die nicht umsonst ihren Namen trägt, selten vorkommt. So schicken uns die Autoren auf eine ganz besondere (See-)Reise, die dank akribisch recherchierter Texte zu den Schiffen, ihren Routen und Ladungen zugleich eine Zeitreise ist.
Marco di Domenico: Das Brevier der Verwandlungen(Folio Verlag, 2023). Aus Kaulquappen werden Frösche, Medusen können sich klonen und Austern das Geschlecht wechseln. Der Biologe Di Domenico stellt tierische Verwandlungskünstler vor und vermittelt anschaulich, dass selbst drastische Metamorphosen keine Laune der Natur sind, sondern geniale Überlebensstrategien der Lebewesen. So sind Quallen, bevor sie frei flotierend durchs Meer treiben, mit Tentakeln fest im Meeresboden vertäut. Eine Quallenart kann sogar die Zeit zurückdrehen und aus ihrem Erwachsenendasein zum Kind zurückmutieren. Krebse durchleben sechs Häutungen, wobei sie jeweils neue Organe hinzugewinnen. Die Scholle ist bekannt als Fisch, der zur Tarnung platt auf den Meeresboden liegt, vom Sand kaum zu unterscheiden. Doch in ihrem ersten Lebensstadium war sie ein ‚normaler‘ Fisch! Erst wenn sie sich im Sand einbuddelt, beginnen die Augen an eine andere Stelle am Kopf zu wandern, die Flossen nehmen eine neue Position ein und die Körperform ändert sich…
Judith Schalansky: Schwankende Kanarien (Verbrecher Verlag 2023). Jeder kennt den Kanarienvogel, das Wappentier der Kanaren. Wenige wissen, dass der Vogel in europäischen Bergwerken eine besondere Rolle spielte: Wenn er in seinem Käfig zu singen aufhörte und von der Stange fiel, wussten die Arbeiter, dass giftiges Kohlenmonoxyd austrat und sie exakt 20 Minuten Zeit hatten, ihr Leben zu retten. Dieses animalische Frühwarnsystem (und auch das anderer ‚Wächtertiere‘) nimmt die Autorin zum Anlass, um angesichts zunehmender Naturkatastrophen über ein menschliches Frühwarnsystem nachzudenken. Welche Mythen und Metaphern müssen wir erfinden, fragt sie, um uns zum schnellen Handeln anzuspornen?
Ob Du Lust hast, eine der Inseln zu besuchen?
Judith Schalansky: Atlas der abgelegenen Inseln (Mare 2022). Bei der Lektüre bekommst Du nicht nur ein Gefühl für die unermesslichen Weiten der Ozeane. Du gewinnst auch Einblick in das, was die im 15. Jh. beginnende Globalisierung auf scheinbar weltverlorenen Inseln angerichtet hat. Sie wurden zu Strafkolonien und Verbannungsorten, Experimentierbasen der NASA, Militärstützpunkten und Waffenlaboratorien. Egal ob „garstige Gegenden aus erkalteter Lava“ oder „traurige Tropen“ – wo der Fuß des Menschen hinsetzt, bleibt Zerstörung zurück. Nur wo dieser kaum präsent ist, vermag die Autorin Paradiesisches zu entdecken, z.B. bei Atollen „großartiger als die Pyramiden“, geschaffen von Korallen. Dass die Lektüre trotz oft düsterem Inhalt so viel Genuss bereitet, liegt nicht nur an den variationsreichen, brillant verfassten Geschichten, sondern auch an der hochwertigen Aufmachung des Buches, das jede Insel mit einer poetischen, dabei wissenschaftlich exakten Karte vorstellt.
„Unmögliche Bauwerke“ an fantastischen Orten
José Luis González Macías: Kleiner Atlas der Leuchttürme am Ende der Welt (mare 2023). Naturgemäß stehen Leuchttürme an exponierten Stellen, meist auf Klippen, unter denen das Meer rauscht: „Es liegt etwas Schönes und Wildes in diesen unmöglichen Bauwerken“, so der Autor, der 34 ihrer Art auf der ganzen Welt vorstellt. Es beginnt mit einem ukrainischen Turm im Schwarzen Meer, der wie eine Stahlgitter-Rakete Richtung Universum weist und endet mit einer südchinesischen, taifunerprobten Festung. Das graphisch fein gemachte Buch gefällt mit schrägen Geschichten, ausdrucksstarken Zeichnungen und Seekarten, die Fernweh wecken und uns auf Weltreise schicken. Kein Wunder, dass die Originalausgabe zum „schönsten Buch Spaniens“ gewählt wurde!
Ob es sie nicht doch gibt?
Dirk Liesemer: Lexikon der Phantominseln (mare 2016). Hätten Sie gewusst, dass westlich der Kanaren die Insel Antilia liegt, nach der Kolumbus 1492 den von ihm ‚entdeckten‘ Archipel Antillen benannte? Von den Kanaren sieht man an klaren Tagen auch Sankt Brendan, unter dem das versunkene Atlantis schlummert… Und was ist der Haken an all diesen Eilanden? Es gibt sie nicht! 27 weitere fiktive Inseln stellt der Autor vor: untergegangene Kontinente und verlorene Paradiese, Schatz- und Goldinseln, brandungsumtoste Teufels- und Geisterfelsen. Sie alle wurden auf Karten verortet, von Augenzeugen beschrieben und von Königen in Besitz genommen. Unterhaltsam ist es zu lesen, wie aus Seemannsgarn scheinbar unumstößliche Tatsachen wurden! So ist die Lektüre nicht nur eine Reise über alle Meere quer durch 2000 Jahre Geschichte, sondern auch eine Expedition in menschliches Wunsch- und Wahndenken. Hübsche Karten runden das Kompendium ab.
Unerhörtes in den Weiten des Atlantiks
Mariette Navarro: Über die See(Kunstmann 2022). Ein großartiges Buch – sprachlich geschliffen und poetisch. Darf die Kapitänin eines Containerschiffes ihren 20 Matrosen erlauben, über Bord zu gehen, um im Meer zu baden? Sie tut es, lässt Maschinen und Radare ausschalten, klinkt das Schiff aus allen Kontrollsystemen aus. Für die Matrosen bedeutet dies Stunden voller Sinnlichkeit und Freiheit. Doch das Sich-Gehen-Lassen birgt Gefahr – auch für die Kapitänin. Nach dem Ausflug hinaus aus dem durchgetakteten Arbeitsleben und dem gezähmten Gefühl ist nichts mehr wie es war. Und plötzlich ist ein 21. Seemann mit an Bord. Wer mag der geheimnisvolle Fremde sein?
Samuel Hamen: Quallen – ein Portrait(Matthes & Seitz 2022). Wer tiefer in die Welt geheimnisvoller Meereswesen eintauchen will, wählt das Büchlein „Quallen. Ein Portrait“ aus der Reihe „Naturkunden“. Samuel Hamen hat es so unterhaltsam geschrieben und mit faszinierenden Bildern versehen, dass einem all die gefährlichen Medusen, Portugiesischen Galeeren und anderen Tentakeltiere geradezu ans Herz wachsen.
Nicht nur wilde Wellen
Chris Dixon / Jeremy K. Spencer:Meer – Das ultimative Handbuch(Prestel Verlag 2022). So viel geballtes Wissen! Es kommt aus Forschung und Praxis, aus Wissenschaft und oraler Tradition. Dank der vielen Illustrationen – mal technisch präzise, mal suggestiv-künstlerisch – lässt sich das Buch gut durchschmökern. Wer tiefer eintaucht, erfährt, warum Haie und Tang für das ökologische Gleichgewicht wichtig sind, wie es zu toxischen Algenblüten und Fossilien aus Plastik kommt…. Es gibt Kapitel zu maritimer Wetterkunde, zu Meerestieren und Seevögeln, zu (See-)Tatoos und -Mythen. Crash-Kurse in Segeln, Surfen und Seekayaking, Tauchen und Angeln animieren, sich aufs Wasser zu begeben. Survival-Tipps erklären, wie man Quallenstiche, Hitze- und Kälteschock behandelt, Ertrinkende rettet und auf einer einsamen Insel überlebt…
Mutterseelenallein im Kajak
Agatha Loth-Ignaziuk / Bartłomiej Ignaziuk: 14 000 Meilen über dasMeer – Mit dem Kajak über den Atlantik(Gerstenberg 2019). Im Kajak, einzig und allein mit eigener Muskelkraft den Atlantik queren: Das hat als erster Mensch Aleksander Doba aus Polen geschafft. Mit 34 Jahren begann er zu paddeln, 30 weitere Jahre bereitete er sich auf seine große Expedition vor. Monatelang war er unterwegs, Strömungen, Stürmen und hohen Wellen ausgesetzt, ein winziger Punkt in den Weiten des Ozeans. „Nie habe ich mich einsam gefühlt“, bekannte der Seefahrer. „Fliegende Fische, Seevögel, an der Oberfläche treibende Portugiesische Galeeren – das Meer ist voller Leben!“ Das großformatige Buch erzählt in klaren, knappen Texten von seinen wagemutigen Fahrten. Ausdrucksstarke Zeichnungen verdeutlichen Aleksander Dobas Kraftakt:
In den Wellen
Wie muss ein atlantiktaugliches Kajak beschaffen sein? Wie verstaut man auf winziger Fläche Proviant für mehrere Monate? Wie funktioniert eine mobile Meerwasserentsalzungsanlage? Und wie schläft man mutterseelenallein auf hoher See? Aleksander hat alle Schwierigkeiten gemeistert, wenn auch nicht ohne Schrecken…
Man hört das Eis knacken…
Agatha Loth-Ignaciuk / Bartłomiej Ignaciuk:Ins ewige Eis! Nordpol und Südpol in einem Jahr(Gerstenberg 2022). Vom gleichen Autoren-Illustratoren-Team stammt dieses Buch, das Marek Kamińskis wahnwitziges Abenteuer plastisch vor Augen führt.
Expressiv und informativ
Wie sieht ein Leuchtturm von innen aus?
Roman Beljajew: Leuchttürme – Wegweiser der Meere (Gerstenberg 2019). Auch dies ein Kinderbuch, von dem Erwachsene lernen können: Wie kommt es, dass das Licht von Leuchttürmen 50 km weit zu sehen ist? Wusstest Du, dass es eine mathematische Formel gibt, die die Höhe des Leuchtturms bestimmt? Und dass in vielen Sprachen das Wort für Leuchtturm auf den höchsten je gebauten verweist? Er stand auf der ägyptischen Insel Pharos. Im Spanischen heißt Leuchtturm faro und im Französischen phare. Interessant auch, warum Leuchttürme – trotz elektronischer Navigationshilfe – noch immer gebraucht werden…
Spannende Begegnungen unter Wasser
Tobias Friedrich: Geheimnisvolle Schönheiten (Terramater Verlag 2020). Als passionierter Taucher hält Fotograf Tobias Friedrich die Unterwasserwelt in fantastischen Nahaufnahmen fest. Dabei bedient er sich einer eindrucksvollen Ästhetik: Seine leuchtend-schillernden Meeresbewohner schweben vor pechschwarzem Hintergrund. Jedes Foto möchte man sich an die Wand pinnen! Die Motive sind nach Tiefe gestaffelt – von Gezeitentümpeln in 5 m bis zu 50 m unter Wasser, wohin sich manch ein Tiefseebewohner „verirrt“.
Noch mehr Meeresbücher für Couchsurfer…
Wissenschaft, spannend erzählt…
Alex Rogers: Das große tiefe Blau (dtv Verlag 2019). Der neueste Wissenstand über die Lage der Meere, engagiert mitgeteilt – man merkt sofort, dass ein leidenschaftlicher Ozeanologe die Feder führt. Ob Riff oder Tiefsee, Forschungsgeschichte(n) oder Umweltkatastrophen – der Oxford-Professor ist mit buchstäblich allen Wassern gewaschen. Am Ende gibt er genaue Anleitungen, was wir alle tun können, um das Meer in seiner Schönheit zu erhalten.
Die faszinierende Welt der Fische
Helen Scales: Im Auge des Schwarms – Von Fischen, dem Meer und dem Leben (Folio Verlag 2020). Packend wie ein Roman! Die Meeresbiologin und Taucherin erzählt, wie es unter Wasser zugeht. Warum haben Fische so herrliche Farben und warum leuchten sie? Wie funktioniert die Choreographie eines Schwarms? Und können Fische Klänge hören? Alles, was Du schon immer über Meerestiere wissen wolltest, wird hier unterhaltsam, dabei wissenschaftlich fundiert erklärt. Eingestreut sind spannende Legenden, z.B. „Von der Flunder, die ihr Lächeln verlor“.
Der Wal: gefürchtet, gejagt und seit kurzem geschützt
Andreas Tjernshaugen: Von Walen und Menschen – Eine Reise durch die Jahrhunderte (Residenz Verlag 2019). Von klitzeklein bis riesig: Nach dem Bestseller „Das verborgene Leben der Meisen“ hat sich der norwegische Autor nun dem größten Meeressäuger verschrieben. Alles Interessante, was man über Wale weiß, hat er aufgeblättert. Auch der Umgang des Menschen mit dem Wal kommt nicht zu kurz. Erst herrschte ehrfurchtsvolle Distanz, dann folgte gnadenloses Bejagen. Begehrt war des Wals fetter Tran für Margarine, Seife und Schmierstoffe… Heute wollen Viele den Wal vor der Ausrottung durch den Menschen schützen.
Rund um das große Blau – Texte zu Küstenstädten und Landschaften der Ostsee
Die Ostsee –Berichte und Geschichten aus 2000 Jahren (Galiani Verlag 2018). Angefangen vom römischen Historiker Tacitus über Wikinger-Sagen bis zu unseren Zeitgenossen spannt sich der Bogen. Autoren rund um die Ostsee kommen zu Wort in Geschichten & Gedichten. Die Texte sind nicht chronologisch, sondern thematisch gebündelt. So findest Du Theodor Fontanes „Übersiedlung nach Swinemünde“ im Kapitel Hart am Wasser, Bertolt Brechts „Finnische Landschaften“ bei Provinzen und Stefan Chwins „Tod in Danzig“ bei Historien und Schlachten. Schön ediert – ein toller Wälzer zur Einstimmung!
Die Hansestadt ist immer eine Reise wert, Kultur- und Strandurlaub lassen sich hier aufs Schönste verbinden. Danzig für Foodies ist gleichfalls angesagt – Craft Beer liegt im Trend, selbst das ‚ausgestorbene‘ Jopenbier feiert eine Renaissance. Besuche mit uns die Brauerei PG4!
Danzig für Foodies – mit Diplombrauer Johannes Herberg in der Brauerei PG4